Ende nach 30 Jahren Geschichte
Es ist 11.06 Uhr am 30. August 2009. Der letzte große Tag des Asyls der Freunde des guten Musikgeschmacks. 30 Jahre gab es das Portrait, liebevoll und treffend der Schuppen genannt in Waldkappel. Heute morgen hat er für immer seine Pforten geschlossen. Dahin gehen nun 30 Jahre Geschichte, 7 davon waren auch Teil meiner Wenigkeit. Da frage ich mich: Wie lange leben solche Clubs, war das Portrait nicht eine wahnsinnige Ausnahme?
Bekannt wurde die Discothek durch den gepflegten Rock, die Klassiker, die gespielt wurden und das doch verhältnismäßig ältere Publikum, durch seine Stammgäste und unzählige Geschichten und Sagen, die sich um den Laden herum erzählt wurden. Geschichten, die das Nachtleben schreibt, unvergesslich und doch sterblich. Als ich vor 7 Jahren begann, das Portrait im Gossmannring zu besuchen, hatte es den Ruf weg, dass vornehmlich Akademiker und Abiturienten sich hier versammelten und neben tiefgründigen Gesprächen das ein oder andere „Billich“ zu sich nahmen. Ja richtig, das Portrait hat nicht nur uns geprägt, es hat auch einen neuen Namen gefunden „Billich“: Das ist Cola Whiskey für einen Euro. Perfekt!
Und man kam in den Schuppen und war irgendwie Zuhause. Niemand achtete da auf Äußerlichkeiten, ob Anzug oder Schlafanzug, spielte hier keine Rolle und die schrägsten Vögel zwitscherten hier ein und aus. Es war unser Hotel Califonia, das Never Forget der Diskotheken. Und seit heute ist es… Geschichte.
„Eine Träne für den Schuppen – ein Billich für den Bauch“.
Irgendwo wird es weiterleben. Wir sehen uns wieder.
5 comments August 30, 2009
Michael Jackson – Der Film?
Amazon meldet Umsatzrekorde. 700fach mal mehr Platten als an einem gewöhnlichen Tag seien allein am Donnerstag vom verstorbenen King of Pop über die Theke gegangen. Gut für die Erben, Michael Jacksons Schulden wurden vor seinem Tod auf etwa 500 Millionen Dollar geschätzt.
Doch ist das ein Trost für die Fans? Wenn all diese Leute seine Musik schon vorher gekauft hätten, hätte er dann noch sein kräftezehrendes Comeback in Angriff nehmen wollen? Wäre er dann noch unter uns? …
Das sind Fragen, die ebenso wenig Klärung finden, wie derzeit die Forschung nach seiner wirklichen Todesursache.
Die nächste ist: Wann wird seine Biographie verfilmt werden und weitere Millionen einfahren? Wer sichert sich als Erster das Drehrecht…
2bad…
Add comment Juni 28, 2009
Fanta 4 – jetzt im Vorruhestand?
Ich kann es eigentlich kaum glauben, welches Bandjubiläum hier gerade über die Bühne geht. Die Fantastischen Vier werden 20!!! Meine Güte, an solchen Bandjubiläen wird mir immer deutlich, wie alt ich schon bin (in Musikjahren gerechnet).
Und zum Geburtstag gibt’s natürlich auch Geschenke: Diesmal an die Fans: Auf musikwirtschaft.de wird von der Band die Zeit bis zu dem 1. Jubiläumskonzert in Stuttgart (Canstatter Wasen) am 25. Juli in kurzen Videos dokumentiert. Für alle, die nicht dabei sein können gibt es auf gleich drei Sendern eine Live-Übertragung des Unplugged Konzerts mit Orchesterbegleitung auf SWR1, Das Ding und dem zdf Dokukanal ab 20.15 Uhr.
Add comment Juni 26, 2009
Michael Jackson – ist tot!
Ich war gerade auf dem Weg nach Kassel und hörte Radio. Das aktuelle Live-Album von Coldplay, Vida la vida erklingt, die Fans kreischen. Es ist kurz nach 7, ich will die Nachrichten nicht verpassen, um mich auf den aktuellen Stand in Wirtschaft und Politik zu bringen – schalte das Radio ein. Moderatoren sind vestürzt. Was ist los? Was habe ich in der letzten Minute verpasst? Michael Jackson ist toll. Soll tot sein? Das ist ein Scherz, denke ich… und dann kommen die Details. Wieder und wieder. Ich schalte um. Und wieder. Das ist die Wahrheit. Das ist… ein bisschen steht die Welt. Ich weiß nicht mehr, wie ich zur Bahn gekommen bin. Ich war plötzlich da und in Gedanken ganz weit weg. Wahrscheinlich in L.A.
Es wird Thema Nr. 1. Diskussionen brechen aus.
Der eine sagt, „er habe doch eh nichts mehr gutes gebracht in den letzten Jahren“. Aber was er in der Musikwelt verändert hat, ist unbeschreiblich. Musikvideos und Koreographen gab er kreative Impulse, Musikern Inspiration, Exzentrikern eine Rechtfertigung und Akzeptanz ihres Daseins, irgendwie. Er war der Name in der Musikwelt. ER. Nach Elvis und John war er es, der einen Hit nach dem nächsten produzierte, der Garant und sein eigener Schrecken zugleich. Und irgendwie nie wirklich Mensch in der Presse, immer einer der erfolgreichsten Musiker der Musikgeschichte. Eigentlich unsterblich, wie die Titanik unsinkbar – aber auch sie war doch nur ein Schiff.
Zuhause sitze ich vor dem Fernseher. Viva bringt ein Michael Jackson Special, spielt seine Videos rauf und runter. Brisant Spezial zum tot: Was passiert mit den bereits gekauften Tickets (was mit den Kindern)? Menschen, die ihn vermeintlich kannten, geben ihr Bestes vor der Kamera. Das Medienaufsehen ist gigantisch – wie er. Man kann jeden x-beliebigen Sender einschalten, überall DAS Thema. Irgendwann ertrage ich es nicht mehr. Ich weiß vielleicht zu viel. Erste Spekulationen über einen Tabletten Missbrauch und Ähnlichkeiten zu Elvis machen sich breit. Mir wäre es lieb, wenn die Obduktion nicht das ergibt, was vielleicht nur eine logische Konsequenz dessen ausdrückte, was man vermuten könnte, wenn jemand von Geldnöten geplagt zu einer Reihe kraftzehrender Konzerte getrieben wird, in der Angst, beim Zeigen einer Schwäche als Versager und nicht als King of Pop in die Geschichte einzugehen. Lass es sie meinetwegen ergeben aber mich nicht wissen.
Ich schalte ab, gehe in mein Zimmer und hole eine verstaubte CD Hülle aus dem Regal. Der Aufkleber auf ihr ist schon völlog vergilbt. Ich hatte mir die Platte vor 12 Jahren gekauft, als sie noch mein ganzes Taschengeld verschlang. „The best Dance Album in History – 76 minutes of Music – 13 Tracks“, „Blood on the Dance Floor – History in the Mix“. Dann nehme ich Amy Winehouse aus dem CD Spieler „Back to black“ (und so fühle ich mich gerade) und lege die schwarz-silber gestreifte Scheibe ein.
Danke Michael.
Rest in Peace.
1 comment Juni 26, 2009
Popkomm 2009 abgesagt!!!
Eigentlich sollte die Musikmesse Popkomm wie jedes Jahr stattfinden. Doch dieses Mal ist es anders, „ausgesetzt“ sagen die Veranstalter, die heute das Event, das in drei Monaten hätte stattfinden sollen absagten. In Berlin war ein starker Besucherausfall prognostiziert worden. Nächstes Jahr, soll es die Messe wieder geben. Tja, die Finanzkrise hat uns.
Add comment Juni 19, 2009
Musikflat die Erste
Nun wollen auch die Plattenindustrien der Musikpiraterie zuvor kommen. Mit einer Musikflatrate sollen die Downloader unbegrenzt Musik von Künstlern laden können, die bei Universal unter Vertrag stehen. Und das für einen geringen monatlichen Beitrag versteht sich.
In England soll das Projekt Ende des Jahres zum Leben erweckt werden. Hier haben sich Universal und der Internetanbieter Virgin Media zusammen getan. Die Kosten für die Flatrate sollen einfach über die Telefongebühren abgerechnet werden. Universal hofft darauf, dass weitere Major und einige Indie Labels mit auf den Zug aufspringen, damit das Angebot akzeptierter und umfangreicher werden kann. Auch wenn man seine Flatrate kündigt, sollen die bereits heruntergeladenen Stücke weiterhin nutzbar und auf jedem MP3 Player oder Computer abspielbar sein. Ein Preis dafür wurde allerdings noch nicht genannt.
Was für den Nutzer sehr rentabel klingt, ist für Plattformen wie den iTunes Music Store oder Musicload jetzt schon der Anfang vom Ende. Befürchtet wird, dass die Nutzer nun vielmehr die Flatrateangebote vor den teureren Einzeldownloads vorziehen werden und der Umsatz ins Bodenlose sinken könnte.
Das Angebot zu umgehen und sich eine Flat mit einem Freund oder Bekannten zu teilen wird erschwert durch verschiedene Sicherheitsmaßnahmen seitens des Anbieters. Die heruntergeladenen Songs werden markiert und sind somit aufspürbar. Wer sich dabei erwischen lässt, dem kann von Virgin die Leitung gekappt werden (frei nach dem Motto: HADOPI gibt’s nicht nur in Frankreich).
Für Deutschland ist ein entsprechendes Angebot übrigens noch nicht geplant.
Add comment Juni 16, 2009
HADOPI – Hart aber gerecht?
Alle Welt schaut nach Frankreich, denn dort soll Urherberrechtsverletzern radikal an den Kragen und an ihr Liebstes, ihren Internetanschluss gegangen werden. Was ist verbirgt sich also hinter der Abkürzung HADOPI?
Ich habe das mal hier für euch aufgedröselt und ein paar aktuelle Meldungen aufgespürt.
Zunächst mal zur Begriffserklärung:
HADOPI: Haute Autorité pour la Diffusion des oeuvres et la Protection des Droits sur Internet, zu Deutsch: „Behörde für die Verbreitung der Werke und der Schutz der Urheberrechte im Internet“
Das Gesetz wurde (wie der Name schon vermuten lässt) in Frankreich beschlossen. Grundsätzlich geht es um ein Anti-Piraterie-Gesetz und den verschärften Schutz von Urheberrechten. Anders als in anderen Ländern der EU sind laut des neuen Gesetzes Internetanbieter verpflichtet, Daten über die Internetnutzung ihrer Kunden bzw. (mutmaßliche) Urheberrechtsverletzer an die neu geschaffene Behörde HADOPI herauszugeben. Daraufhin versendet diese eine Warnung an den Nutzer per Email, dass sein Zugang zum Netz gesperrt werden kann und fordert auf, die Rechtsverletzungen einzustellen. Sobald erneut eine Meldung an HADOPI rausgeht, muss der Nutzer mit einer Internetsperre von drei Monaten rechnen, beim dritten Versuch sogar bis zu einem Jahr. Um das kontrollieren zu können, soll der Internetnutzer auf einer Schwarzen Liste platziert werden, sodass ihm kein französischer Provider mehr einen Zugang zum Internet gewährt. Übrigens: Die Kosten für den Vertrag mit dem alten Provider müssen in dieser Zeit ohne Gegenleistung weiterbezahlt werden.
Harte Maßnahmen, die sogar das Verfassungsgericht (Conseil Constitutionnel) auf den Plan gerufen hat. (mehr…)
Add comment Juni 15, 2009
Depeche Mode Zusatztermine
Marek Lieberberg, Veranstalter der Rocks am Ring und im Park, hat zwei Zusatztermine für die Depeche Mode Tour in Deutschland bekannt gegeben.Am 28.11.2009 wird die Band in den Messehallen Erfurt und am 09.01.2010 die O2 World in Berlin rocken. Das die Jungs in Berlin gut ankommen haben sie schon vorgestern am 10. Juni bewiesen, als sie die Berliner Olympiahalle mit 66.000 konzertwütingen Menschen füllten. Heute Abend geht’s dann erstmal nach Frankfurt in die Commerzbank Arena. Allen, die dabei sein werden, viel Spaß vom Musikerhertz.
Add comment Juni 12, 2009
Mein neues Leben XXS – Überleben in der Rezession
Was machen normale Menschen um 6:40? Ich sitze im Auto. Ich habe zuhause kein Radio. Und warum das Ganze? Um diese zugegeben frühe Uhrzeit sendet der mdr auf jump Radio seinen Programmpunkt „Mein neues Leben XXS – Überleben in der Rezession“ aus. Mein allmorgendliches Highlight.
Hier zwei sinngemäße Zitate von gestern:
„Die Finanzkrise ist schon so weit fortgeschritten, dass Stefan Mross jetzt schon selbst Trompete spielen muss.“ oder
„Das Problem von Florian Silbereisen ist, dass er die selbe Zielgruppe wie der Sensemann hat“.
Das ist so böööse und erfreut mein musikerhertz jeden Morgen auf’s Neue. Einfach mal reinschalten.
1 comment Juni 11, 2009
![P100809_13.13[01] P100809_13.13[01]](http://musikerhertz.files.wordpress.com/2009/09/p100809_13-1301.jpg?w=150&h=112)

![P100809_00.50[01] P100809_00.50[01]](http://musikerhertz.files.wordpress.com/2009/09/p100809_00-5001.jpg?w=150&h=112)

